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Sekretmanagement Technik

CoughCue: die Exspiration mit der Atmung des Patienten synchronisieren

CoughCue erkennt am BiWaze Cough den Moment, in dem die Lunge gefüllt ist, und leitet genau dann die Exspiration ein. Wie die beiden Trigger-Typen funktionieren, was die Inspirationshaltezeit bewirkt und worin sich CoughCue vom Inspirationstrigger unterscheidet.

7. August 2026 · 5 Min. Lesezeit
Therapiezyklus mit CoughCue: Der Inspirationsflow steigt S-förmig an und läuft in ein Plateau aus. Am Ende des Plateaus erkennt CoughCue das Inspirationsende und schaltet um. Die Kurve fällt steil durch die Nulllinie in eine tiefe, schmale Spitze – ein hoher Peak Cough Flow – und kehrt dann langsam zur Nulllinie zurück.

Warum der Umschaltpunkt über die Wirksamkeit entscheidet

Die mechanische Insufflation-Exsufflation ahmt einen Hustenstoß nach: Das Gerät füllt die Lunge mit positivem Druck und kehrt den Druck dann abrupt um, um Sekret aus den Atemwegen mitzureißen. Wie wirksam das ist, hängt nicht nur von den eingestellten Drücken und den daraus resultierenden Flüssen ab, sondern auch vom Zeitpunkt der Umschaltung.

Ein natürlicher Husten beginnt am Ende einer tiefen Einatmung – dann, wenn die Lunge maximal gefüllt ist (Null-Flow) und das Zwerchfell in die Ausatembewegung übergeht. Schaltet ein Gerät zu früh um, ist die Lunge noch nicht ausreichend gefüllt. Schaltet es zu spät um, arbeitet der Patient gegen das Gerät.

Eine fest programmierte Inspirationszeit nimmt dem Patienten die Flexibilität, diesen Zeitpunkt individuell zu gestalten. Genau hier setzt CoughCue an.

Was CoughCue tut

CoughCue synchronisiert die Exspirationsphase des BiWaze Cough mit der natürlichen Atmung des Patienten. Das Gerät erkennt den Punkt, an dem die Lunge gefüllt ist (Null-Flow), und schaltet dann auf Exspiration um – statt eine starre Zeitvorgabe abzuwarten. Ziel ist ein angenehmerer und kräftigerer Husten.

Den gefüllten Zustand erkennt das Gerät an einem von zwei Signalen: einem Abfall des Inspirationsflows oder einem Druckplateau. Welches davon zählt, legt der Trigger-Typ fest.

Die Funktion steht nur im automatischen Modus zur Verfügung und ist ab Werk deaktiviert.

Der Therapiezyklus mit aktiviertem CoughCue

Im automatischen Modus wiederholt das Gerät diesen Dreiphasen-Zyklus, bis der Anwender die Therapie unterbricht oder die programmierte Zykluszahl erreicht ist.

  1. Pausenphase

    Das Gerät hält den programmierten Pausendruck für die festgelegte Pausenzeit aufrecht – oder gibt dem Patienten bei aktiviertem Inspirationstrigger die Möglichkeit, die Inspiration selbst auszulösen.

  2. Inspirationsphase

    Das Gerät baut positiven Druck bis zum Zielinspirationsdruck beziehungsweise -flow auf. Es schaltet um, sobald eines dieser Ereignisse eintritt:

    • der Inspirationsflow auf den gewählten CoughCue-Schwellenwert abfällt (Flow-Trigger), oder
    • der Zieldruck erreicht ist (Druck-Trigger).

    Ist eine Inspirationshaltezeit klinisch angezeigt, schaltet das Gerät erst auf Exspiration, wenn die Haltezeit abgelaufen ist. Der Patient hält die Einatmung dann kurz gegen den anliegenden Druck – vergleichbar mit dem Glottisschluss beim natürlichen Husten – und nutzt die Retraktionskräfte der Lunge stärker aus.

  3. Exspirationsphase

    Das Gerät legt den programmierten Exspirationsdruck für die festgelegte Exspirationszeit an.

Die zwei Trigger-Typen

Am Gerät heißt die Einstellung CoughCue-Typ.

Flow-basiert

Erreicht der Inspirationsflow seinen Spitzenwert und fällt danach ab, verfolgt das Gerät diesen Rückgang. Der Schwellenwert ist wählbar: 50 % oder 0 % des Spitzen-Inspirationsflows. Sobald der Flow auf den gewählten Wert fällt, beginnt die Exspirationsphase.

Die Umschaltung folgt damit der Zwerchfellbewegung. Das Handbuch nennt als Ergebnis einen maximierten Spitzen-Exspirationsflow; zugleich verringert die Synchronisation die Gefahr von Asynchronität.

Druckbasiert

Hier überwacht das Gerät den Atemwegsdruck. Stabilisiert er sich auf dem eingestellten Inspirationsdruck – dem Druckplateau – wertet das Gerät das als vollständige Lungenfüllung und schaltet auf Exspiration um.

Welcher Typ wann?

Die flow-basierte Variante richtet sich nach der Atemmechanik des Patienten. Ein Schwellenwert von 0 % wartet den vollständigen Abfall des Inspirationsflows ab und zielt damit auf eine annähernd vollständige Füllung der Lunge; bei 50 % schaltet das Gerät früher um, was eher infrage kommt, wenn der Patient Eigenaktivität zeigt.

Die druckbasierte Variante knüpft an eine rein technische Größe an und ist damit unabhängiger von der Mitarbeit des Patienten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein erreichter Zieldruck nicht zwingend einer gut gefüllten Lunge gleichkommt. Die Wahl trifft die behandelnde Fachkraft anhand des klinischen Bildes.

Inspirationshaltezeit: der Feinregler

Nach dem Trigger kann das Gerät den Inspirationsdruck noch kurz halten, bevor es umschaltet. Diese Inspirationshaltezeit ist von 0 bis 2 Sekunden in Schritten von 0,1 Sekunden einstellbar.

Sie ist der Regler zwischen zwei Zielen, die sich widersprechen können: Eine längere Haltezeit ermöglicht eine vollständigere Lungenexpansion und damit potenziell mehr Rekrutierung. Eine kürzere Haltezeit ist für den Patienten angenehmer. Die Einstellung ist damit eine Abwägung zwischen Lungenexpansion und Patientenkomfort.

Auch mit maximaler Haltezeit greift die 5-Sekunden-Grenze der Inspirationsphase.

CoughCue ist nicht der Inspirationstrigger

Beide Funktionen synchronisieren mit dem Patienten, aber an entgegengesetzten Enden des Atemzugs – sie werden deshalb leicht verwechselt.

  • Der Inspirationstrigger – am Gerät als „Inspirationsauslöser“ bezeichnet – startet die Inspiration. Das Gerät wartet in der Pausenphase auf eine Inspirationsbemühung des Patienten und beginnt erst dann mit dem Druckaufbau. Er überwacht den Inspirationsflow alle 16 Millisekunden und kennt zehn Empfindlichkeitsstufen.
  • CoughCue beendet die Inspiration und kann so als Exspirationstrigger angesehen werden, jedoch ohne die klassische Triggerschwelle. Es entscheidet, wann die Lunge gefüllt genug ist, und leitet die Exspiration ein.

Die beiden schließen sich nicht aus. Wer beide aktiviert, überlässt dem Patienten den Beginn des Zyklus und dem Gerät die Erkennung des Umschaltpunkts.

Quelle: BiWaze® Cough Benutzerhandbuch, BC22463 Rev 12.0, Abschnitte 3.1, 3.2.1 bis 3.2.3 und 11.1 (Funktionsprinzip). Weicht dieser Artikel vom Handbuch ab, gilt das Handbuch. Angaben zur Auswahl von Einstellungen ersetzen keine ärztliche Entscheidung.

Häufige Fragen

Muss der Patient mitarbeiten, damit CoughCue funktioniert?

Beim druckbasierten Trigger nicht – er wertet nur den Atemwegsdruck aus. Der flow-basierte Trigger folgt dem Verlauf des Inspirationsflows und setzt damit ein auswertbares Flowmuster voraus. Davon zu unterscheiden ist der Inspirationstrigger, der tatsächlich eine Atembemühung des Patienten benötigt und die Therapie anhält, wenn 30 Sekunden lang keine erkannt wird.

Was passiert, wenn der CoughCue-Trigger nicht erkannt wird?

Die Inspirationsphase endet trotzdem. Das System schaltet spätestens nach 5 Sekunden auf Exspiration um, oder nach der kombinierten Inspirationszeit und Inspirationshaltezeit – je nachdem, was zuerst eintritt.

Kann ich CoughCue und den Inspirationstrigger gleichzeitig nutzen?

Ja. Der Inspirationstrigger bestimmt den Beginn der Inspiration, CoughCue deren Ende. Zu beachten ist, dass bei aktiviertem CoughCue die Oszillationen in der Pausen- und Inspirationsphase automatisch abgeschaltet werden.

Welchen Flow-Schwellenwert soll ich wählen, 50 % oder 0 %?

Das Handbuch gibt dazu keine Empfehlung und überlässt die Wahl der behandelnden Fachkraft. Als Orientierung: 0 % wartet den vollständigen Abfall des Inspirationsflows ab und zielt auf eine annähernd vollständige Füllung der Lunge; 50 % schaltet früher um und kommt eher infrage, wenn der Patient Eigenaktivität zeigt. Die Entscheidung gehört zur individuellen Therapieeinstellung und sollte am Patienten überprüft werden.

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